Forschung

Forschung, wissenschaftlicher sowie methodischer Austausch interdisziplinäre Kooperationen mit Institutionen, Kolleginnen und Kollegen sind ein wesentliches Anliegen des Instituts.

Bisher haben sich folgende Forschungsbereiche entwickelt:

Karen Horney

Die Erforschung ihrer Arbeit einschließlich bisher noch nicht oder nicht in Deutschland veröffentlichter Schriften ebenso wie ihre Rezeptions- und Wirkungsgeschichte. Themen im Einzelnen:

  • Karen Horneys tiefenpsychologischer Ansatz im Kontext der psychoanalytischen Entwicklung
  • insbesondere die Möglichkeiten der Integration der Objektbeziehungs-Schule, mit Melanie Klein und W.R. Bion, vor allem in der Fassung von Hermann Beland
  • Behandlungstechnik
  • Rezeption und Wirkungsgeschichte Karen Horneys  
  • Karen Horney und die humanistische Psychotherapie, insbesondere Gestaltpsychotherapie und transpersonale Psychologie
  • weibliche Aspekte der Psychoanalyse
  • Karen Horney und das Enneagramm der Charakterfixierungen  
  • Karen Horneys Verbindung zur Spiritualität und insbesondere dem Zen-Buddhismus

Nahtoderfahrungen und ihr spirituelles Transformationspotential

Als ein weiterer Forschungsbereich hat sich das Thema „Nahtod-Erfahrungen“ herausgebildet. Es gibt inzwischen bereits eine umfangreiche und ernsthafte Forschung zu diesem Gebiet. Aus der Erforschung dieser recht weit verbreiteten Erfahrungen und ihrer Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen lassen sich wichtige Schlussfolgerungen für Persönlichkeits-Veränderungen, den Umgang mit Krisen und Entwicklungsmöglichkeiten im Lebensverlauf ziehen.

Zur Vertiefung unserer Forschung suchen wir weiterhin Menschen mit Nahtoderfahrungen, die bereit sind von Ihrer Erfahrung in einem Interview zu berichten. …[mehr]

Trauma-Arbeit

Die Trauma-Arbeit gewinnt in der Psychotherapie an Bedeutung. Dabei geht es einerseits um den verbesserten therapeutischen Zugang zu einer wichtigen Gruppe seelischer Störungen, andererseits sind auch grundsätzliche Erkenntnisse über Therapie und Persönlichkeitsentwicklung zu erwarten.

Psychoanalyse und Spiritualität

Als erster hat C. G. Jung die spirituelle Perspektive in die Psychoanalyse eingebracht. Karen Horney und Erich Fromm fanden zahlreiche Gemeinsamkeiten in den Zielen der Psychoanalyse und des Zenbuddhismus.
Hier besteht weiterer Forschungsbedarf:
wo bestehen Überschneidungen, Berührungen Übereinstimmungen?
Wie weit geht die Gemeinsamkeit der Ziele und wo sind die Unterschiede?
Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es hinsichtlich der Methoden?

Humanistische Psychologie und Spiritualität

Abraham Maslow, ein Schüler Karen Horneys, gilt als Begründer der Transpersonalen Psychologie. Fritz Perls sah eine Übereinstimmung der Ziele von Gestalttherapie und Zenbuddhismus, die humanistische Psychotherapie gilt oft als die westliche Form der östlichen Befreiungswege. Wie groß ist die Übereinstimmung tatsächlich? Hier besteht Forschungsbedarf, da allzu oft unzulässige Vereinfachungen und Reduktionen vorgenommen werden.

Verbindung von Spiritualität und Psychotherapie, von spirituellem Wachstum und Persönlichkeitsentwicklung

Das Interesse an spirituellen Themen wächst, die Bedeutung spiritueller und existentieller Themen im Rahmen der Psychotherapie nimmt zu. Deswegen ist es an der Zeit, fundierte Behandlungsmethoden, -Konzepte und -Themen zu entwickeln.

Studien belegen die wachsende Bedeutung der Spiritualität:  Zwei Drittel der amerikanischen Psychologen betrachtet Spiritualität als wichtig, 82 % der Amerikaner verspüren das Bedürfnis, spirituell zu wachsen. Andererseits belegt eine deutsche Studie, dass nicht einmal die Hälfte der PsychotherapeutInnen eine spirituelle Krise richtig diagnostiziert.

Eine Zusammenfassung solcher Studien findet sich in „Psychologie der Spiritualität, Handbuch“ 2007 von Prof. Anton A. Bucher, Beltz-Verlag.
Sowohl der an dieser Stelle dargestellte Überblick über die vorliegenden Studien als auch vielfältige Erfahrungen belegen, dass Menschen  mit spirituellen Anliegen, Konflikten oder Krisen aufgrund fehlender Kompetenz von PsychotherapeutInnen und ÄrztInnen oft mehrfach falsch diagnostiziert und behandelt werden. Andererseits stellen viele Fachkliniken Psychologinnen oder Psychologen, die neben der therapeutischen Ausbildung auch Kompetenzen für spirituelle Begleitung nachweisen können, bevorzugt ein.

Nachdem in der Psychoanalyse und Psychologie im letzten Jahrhundert die Religionskritik vorherrschte, geraten inzwischen gesundheitsfördernden Aspekte der Spiritualität in den Vordergrund. Studien belegen für spirituell orientierte und spirituell praktizierende Menschen eine längere Lebenserwartung, selteneres Auftreten von Herzkreislauf- und Karzinomerkrankungen, geringere Suizidrate und adäquateren Umgang mit Krisen, vor allem schwereren existentiellen Krisen (effektives Coping). (Vgl. den Überblick über den Forschungsstand bei Anton A. Bucher: Psychologie der Spiritualität. A.a.O.)

Spirituelle Begleitung umfasst folgende Themen:

    • Lebenskohärenz und Sinnhaftigkeit des Lebens
    • Verbundenheit mit Menschen und der gesamten Schöpfung
    • Begrenztheit des Lebens und der Schöpfung
    • Auseinandersetzung mit Krankheit und  Tod
    • Umgang mit individuellem und ubiquitären Leid
    • Auseinandersetzung mit der Erfahrung einer höheren Macht
    • die Entdeckung, Einordnung und Integration von tieferen Erfahrungen von Gelassenheit, Akzeptanz, Frieden, innerem Einklang

KAREN HORNEY äußerte in ihrem letzten Buch „Neurose und menschliches Wachstum - das Ringen um Selbstverwirklichung“ den Wunsch, die Verbindung ihrer eigenen Arbeit mit dem Zen-Buddhismus zu erforschen. Sie glaubte, dass beides weitgehend identisch wäre und hoffte, für beide Wege eine gemeinsame Sprache zu finden. Leider kam sie nicht mehr dazu.
Das Institut sieht es als seine Aufgabe an, an der Verbindung von Psychotherapie und Spiritualität zu arbeiten und die Verbindung von persönlicher Entwicklung und spirituellem Wachstum zu fördern.