Nahtoderfahrungen und ihr spirituelles Transformationspotential

Als ein weiterer Forschungsbereich hat sich das Thema „Nahtoderfahrungen(NTE) und ihr spirituelles Transformationspotential“ herausgebildet. Es gibt inzwischen bereits eine umfangreiche und ernsthafte Forschung zu diesem Gebiet (vgl. Literatur und Veröffentlichungen von z.B: Elisabeth Kübler-Ross, Kenneth Ring, Schröter-Kunhardt, Pin van Lommel). Aus der Erforschung dieser inzwischen recht weit verbreiteten Erfahrungen und den  Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen lassen sich wichtige Schlussfolgerungen für Persönlichkeits-Veränderungen, den Umgang mit Krisen und Entwicklungsmöglichkeiten im Lebensverlauf ziehen. Dabei beschäftigt uns insbesondere folgende Frage: 

Können die Auswirkungen und Erfahrungen einer Nahtoderfahrung  durch intensive spirituelle Arbeit zu einer dauerhaften und tief greifenden Entwicklung der Persönlichkeit führen? Wir glauben ja, und erste Erfahrungen bestätigen das.

Unsere Hypothese ist: Für jeden und jede mit einer Nahtoderfahrung lohnt es sich, durch spirituelle Unterstützung eine Integration und Persönlichkeitsentwicklung anzustreben.

Der derzeitige Forschungsstand beschreibt auch die Auswirkungen der NTE auf das weiterführende Leben der betroffenen Personen bis hin zu der transformierenden Wirkung von NTE´s. Eine  wichtige Frage wird dabei bisher außer Acht gelassen, die für die positive Persönlichkeits-Veränderung wahrscheinlich ausschlaggebend ist:

Welche Haltung hatte der Betroffene während dieser Erfahrung zu seinem Sterben und seinem Tod?

  • Der oder die Betroffene leugnet das Sterben, dissoziiert sich und ist wie betäubt.
  • Der oder die Betroffene kämpft gegen das Sterben an, will es nicht, und zwar zum Zeitpunkt an dem der Tod selbst schon sicher und gewiss scheint.
  • Der oder die Betroffene fügt sich notgedrungen in sein Schicksal nimmt es hin aber ganz und gar unwillig und widerwillig.
  • Der oder die Betroffene stimmt dem Tod zu, als dem Schicksal, das ihr im Augenblick zugemutet wird oder ihr aufgegeben wird, gewissermaßen als eine bewusste Annahme dessen, was ist.

Alle spirituellen Wege enthalten die Aufforderung, das anzunehmen, was ist. Dazu gehört auch die existentielle Angst vor dem Tod. Ihr zu begegnen, diesen inneren Tod zu sterben, ist nötig, um zur wahren Natur zu finden. Deshalb sprechen die Mystiker davon „zu sterben, bevor Du stirbst“ und vom „mystischen Tod“.

Möglicherweise hat deshalb eine NTE strukturelle Ähnlichkeiten mit der spirituellen Transformation, die aus der Mystik bekannt ist und die „Aufwachen“, „Erwachen“  oder auch „Erleuchtung“ genannt wird. Es gibt bereits Erfahrungen darüber, dass durch gezielte therapeutische und spirituelle Unterstützung eine solche Nahtoderfahrung sich zu der vollständigen spirituellen Transformation weiter entwickeln kann. Diese Möglichkeit scheint abhängig davon zu sein, mit welcher Haltung der Erfahrung, dem Tod und dem Schicksal begegnet wird.

Sowohl aus theoretischen Erwägungen als auch bisherigen Erfahrungen ergibt sich die Hypothese, dass bei den Menschen, die zum Zeitpunkt der Nahtoderfahrung nicht gegen den Tod ankämpfen, sondern das Sterben annehmen (die 4. Gruppe in obiger Differenzierung) die NTE  die größte spirituell-transformative Wirkung hat.

Und es gibt ebenfalls auch aus der NTE-Forschung und eigenen empirischen Forschungen Hinweise darauf, dass es womöglich gar nicht einer konkreten lebensbedrohlichen Situation bedarf, sondern dass die alleinige subjektive Erwartung sterben zu müssen und die bereitwillige Zustimmung  zu diesem nur erwarteten Tod, zu dem gleichen Ergebnis führen kann.

Eine Vergleichsstudie soll untersuchen, ob sich die inneren Erfahrungen von NT-Erfahrenen mich denen von Menschen, die durch spirituelle Arbeit diesen tiefen Frieden, Ruhe und Stille erfahren, decken.

vgl. dazu:

  • Christian Meyer: „Über die Nicht-Praxis und das Aufwachen in der non-dualen Wirklichkeit“  in Christian Meyer : „Aufwachen, Therapie, Integrale Praxis und der spirituelle Weg“, Verlag zeit-und-raum 2007
  • Joachim Nicolay: „Rückkehr zum Ursprung - Das Transzendenzverständnis in Nahtoderfahrungen“ in „Nahtod und Transzendenz“, Santiago Verlag, 2008

Forschungsprojekt

Für diese Studie sind wir weiterhin an Gesprächen mit Menschen interessiert, die eine Nahtoderfahrung erlebt haben und die in einem Interview über Ihre Erfahrung berichten möchten.

Kontakt: Christine Brekenfeld
Mobil: +49 (0)173 206 15 07 oder
BITEP Karen-Horney-Instiut: Tel. +49 (0)30 47 98 16 33

Seminare und Veranstaltungen zum Thema:

siehe unter Veranstaltungen

Eine spirituelle Begleitung und Unterstützung in Einzelsitzungen

für Menschen die eine Nahtoderfahrung erlebt haben,
ist nach Terminvereinbarung ebenfalls möglich.

Kontakt: Christine Brekenfeld
Mobil: +49 (0)173 206 15 07 oder
BITEP Karen-Horney-Instiut: Tel. +49 (0)30 47 98 16 33
Mail: mail(at)christine-brekenfeld.de